Der CAS
In den letzten Jahrzenten ist das Interesse an Citizen Science und Public Engagement stark gewachsen und immer mehr Einrichtungen setzen auf partizipative Ansätze. In der Wissenschaft spielen die gesellschaftliche Relevanz der Forschung sowie der Austausch und die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung eine zunehmend wichtiger werdende Rolle – sowohl bei Entscheidungen von Förderinstitutionen über die Vergabe von Fördermitteln als auch in der Beurteilung von Forschungsergebnissen. Das wachsende Interesse an partizipativen Ansätzen zeigt sich auch in in vielen weiteren Institutionen: entgegen dem Verständnis eines passiven Publikums, konsumierenden Kund*innen oder Teilnehmer*innen, denen Inhalte präsentiert oder Prozesse vorgegeben werden, beziehen partizipative Ansätze Personen aktiv in die Wissensproduktion und Gestaltungsprozesse mit ein. Der Fokus auf Kollaboration und die Entwicklung partizipativer Formate findet sich beispielsweise in Museen, Bibliotheken und Archiven sowie im Gesundheitsbereich. Aber auch NGOs und Regierungsorganisationen erproben immer häufiger partizipative Prozesse. In diesem Zusammenhang ist das Konzept «Ko-Produktion» zentral: vormalige Rezipient*innen werden so zu Mitwirkenden. Idealerweise so, dass für alle ein Mehrwert entsteht.
Damit die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Beteiligten und institutionenübergreifenden Teams gelingt und dabei fachlichen, datenschutzrechtlichen wie auch ethischen Standards gerecht wird, benötigen die Projektleitenden spezifisches Handwerkszeug: Wissen, praxistaugliche Methoden und Raum für Reflexion und Austausch. Ziel des CAS «Citizen Science und Public Engagement» ist es, Teilnehmende zur Planung und Durchführung qualitativ hochwertiger partizipativer Projekte in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich zu befähigen und sie mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
Im Rahmen des Blended-Learning Ansatzes haben die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in E-Learning Einheiten selbstständig Wissen anzueignen und sich umfassend vorzubereiten, sodass die Workshops vor Ort optimal für praktische Anwendungen, Diskussionen und Reflexion genutzt werden können.
Alleinstellungsmerkmale des CAS
- Heterogene Zielgruppe als Chance für peer-learning und Vernetzung über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg
- Zugang (im E-Learning und in Präsenz) zu Erfahrungswissen und Fachexpertise von Personen, die Citizen Science durchführen
- Blended-Learning Ansatz kombiniert asynchrone Wissensvermittlung (E-Learning) mit Präsenzworkshops in Zürich
- Praxisfokus: Teilnehmende arbeiten an eigenen Ideen oder Projekten und entwickeln diese weiter
Ausbildungsziele
Teilnehmende sind nach Abschluss des Kurses in der Lage, in ihrem Arbeitskontext qualitativ hochwertige partizipative Projekte im Bereich Citizen Science oder Public Engagement erfolgreich zu planen und umzusetzen und verfügen diesbezüglich über ein Netzwerk.
Inhalt und Aufbau
Der CAS setzt sich aus fünf Basismodulen und zwei wählbaren Spezialisierungsmodulen, sowie der Abschlussarbeit zusammen. (Angebot aller Spezialisierungsmodule unter Vorbehalt genügend Teilnehmender)
Modul 1: Einführung, 2 ECTS
Die Teilnehmenden lernen im E-Learning und in Präsenzworkshops die Grundlagen von Citizen Science und Public Engagement kennen und haben im Rahmen einer optionalen Vernetzungsveranstaltung (Citizen Science Zürich Open House) Gelegenheit, sich mit Schweizer Citizen Science-Expert*innen auszutauschen.
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Modul 2: Planung & Design, 2 ECTS
Im zweiten Basismodul lernen die Teilnehmenden zentrale Aspekte der Planung und des Designs kennen, welche die Basis für gelingende partizipative Projekte darstellen, und wenden diese in praktischen Übungen an.
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Modul 3: Kommunikation & Community Management, 2 ECTS
Kommunikation und Community Management nehmen in partizipativen Projekten einen zentralen Stellenwert ein. Im dritten Basismodul lernen die Teilnehmenden praxisorientiert zentrale Aspekte für eine gelingende Kommunikation und Zusammenarbeit kennen.
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Modul 4: Durchführung & Qualitätssicherung, 2 ECTS
Im vierten Basismodul beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit ihrer Rolle und ihrer Verantwortung als Projektleitung und lernen konkrete Methoden und Tools kennen, die zur Qualitätssicherung partizipativer Wissensproduktion beitragen.
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Modul 5: Evaluation & Wirkung, 2 ECTS
Im letzten Basismodul liegt der Fokus auf der Wirkung und Evaluation partizipativer Projekte. Teilnehmende reflektieren, welche Elemente zum Gelingen von Citizen Science und Public Engagement-Projekten beitragen und wenden Methoden an, um den Projekterfolg zu evaluieren und die Wirkungen von Projekten zielgruppenspezifisch zu kommunizieren.
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Spezialisierungsmodule (2 zur Auswahl, je 1 ECTS)
Je Modul 1 Workshoptag in Präsenz in Zürich.
Abschlussarbeit, 3 ECTS
Zielgruppe
Der CAS richtet sich an Forschende und Fachpersonen in forschungsnahen Umgebungen (z.B. Museen, Archiven, Bibliotheken, NGOs, Verwaltung) mit Interesse an partizipativer Projektarbeit und dem gemeinsamen Schaffen von Wissen.
Studienform: Blended-Learning
Der CAS setzt sich zusammen aus einer Kombination aus Präsenzworkshops, selbständigen Lerneinheiten mittels E-Learning und Workbook sowie individuellen Sprechstunden peer-Learning Formaten.
Das E-Learning dient der selbständigen Vorbereitung auf die Präsenzworkshops. Teilnehmende entscheiden, wann und in welchem Tempo sie das E-Learning absolvieren möchten. Es ist per Smartphone, Tablet, Laptop und PC zugänglich. Für eine optimale Nutzung empfehlen wir die Durchführung an einem grösseren Bildschirm, mindestens Tablet. Für die Durchführung des E-Learnings ist ein Internetzugang notwendig. Einen Eindruck unseres E-Learning Angebots erhaltet ihr in unserem niedrigschwelligen, kostenlosen Kurs für potentielle zukünftige Citizen Scientists: Citizen Science entdecken
Zulassung
Für die Zulassung ist ein Hochschulabschluss und Praxiserfahrung erforderlich. In Ausnahmefällen können auch Personen mit vergleichbarer Qualifikation sowie mit spezifischer Praxiserfahrung «sur dossier» zugelassen werden. Melde Dich gerne bei der Programmleitung, wenn Du dazu Fragen hast.
Dauer und Umfang
Der CAS läuft über 12 Monate (Oktober bis Oktober) und umfasst insgesamt 13 Präsenztage. Teilnehmende erhalten für den CAS bei Abschluss 15 ECTS. 1 ECTS entpricht 30 Stunden Lernzeit.
Bei erfolgreicher Durchführung des CAS erhalten Absolvent*innen ein Zertifikat. Die Übergabe des Zertifikats erfolgt beim Citizen Science Open House (Oktober im Jahr des Abschlusses).
Leistungsnachweise
Leistungsnachweise fallen für einzelne Module sowie für den Abschluss des gesamten CAS an.
Leistungsnachweise der einzelnen Module setzen sich zusammen aus Aufgaben im E-Learning und im Arbeitsheft (z.B. Quiz, Lese- und Rechercheaufträge) sowie einem 3-5 seitigen Reflexionsbericht zu Inhalten des Moduls.
Am Ende des CAS haben Teilnehmende drei Monate Zeit, ihre schriftliche Abschlussarbeit anzufertigen. Hierbei können je nach Relevanz unterschiedliche Formate gewählt werden, z.B. die Ausarbeitung eines Projektantrags, ein Reflexionsbericht, die Analyse einer Fallstudie oder ein Essay. Umfang: 10-15 Seiten. Einzureichen als PDF an die CAS Leitung bis zum 31. Juli 2026.
Abschluss
CAS UZH in Citizen Science und Public Engagement (15 ECTS), Philosophische Fakultät
Belegung einzelner Module
Der Besuch einzelner CAS Module ohne Belegung des ganzen CAS ist möglich. Kursteilnehmende sind vom abschliessenden CAS Leistungsnachweis entbunden und erhalten eine Teilnahmebestätigung. Besuchte Einzelmodule können zu einem späteren Zeitpunkt an den CAS angerechnet werden. Anmeldungen für den Besuch von Einzelmodulen werden wenn auf der jeweiligen Modulseite nicht anders festgelegt bis spätestens 4 Wochen vor Beginn des jeweiligen Moduls entgegengenommen, sofern Plätze vorhanden sind. Für einzelne Module kannst Du Dich auf der enstprechenden Modul-Seite anmelden.
Kosten
Für UZH-Angehörige: CHF 8'500
Für Externe: CHF 8'900
Jedes CAS Modul kann auch einzeln besucht werden.
Zweitägige Basismodule
UZH- Angehörige: CHF 1'600
Externe: CHF 1'800
Eintägige Spezialisierungsmodule
UZH- Angehörige: CHF 800
Externe: CHF 900
Im Preis inbegriffen sind die Präsenzworkshops, der Zugang zum E-Learning, das Arbeitsbuch sowie die Gebühren für Exkursionen (Eintritte). Von den Teilnehmenden selbst zu tragen sind Reise- und Mobilitätskosten, Übernachtungskosten sowie Verpflegung.
Anmeldung
Zur Online-Anmeldung für den CAS
Die Teilnahme ist beschränkt auf 20 Personen. Der CAS wird ab 10 Teilnehmenden angeboten.
Für einzelne Module kannst Du Dich auf unserer Modul-Seite anmelden.
Info Event
An drei virtuellen Infoevents informieren wir über den CAS informieren. Du hast Gelegenheit, all Deine Fragen zu stellen und andere Interessierte kennen zu lernen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
12. Mai 2026, 12.00 - 13.00 Uhr. Zur Anmeldung
9. Juli 2026, 12.00 - 13.00 Uhr. Zur Anmeldung
22. September 2026, 12.00 - 13.00 Uhr. Zur Anmeldung
Die Präsentation von letztem Jahr kann hier (PDF, 2 MB) heruntergeladen werden.